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Geht Reiten lernen auch ohne es zu verstehen?

Ja. Meiner Ansicht nach ist es sogar die häufigste Form des Reitenlernens. Bei Kindern ist es noch nachvollziehbar. Bei ihnen steht die emotionale Beziehung zum Pferd im Vordergrund. Deshalb macht es Sinn ihnen zu sagen, was sie tun sollen um damit eigene Erfahrungen zu machen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen führt das “Nur sagen was zu tun ist” zum Training des Kleinhirns. D.h., man beherrscht die Bewegungsabläufe kann aber nicht erklären was man tut bzw. tun kann wenn Probleme auftreten. Reiten ist dann wie Schuhe zubinden, der Bewegungsablauf ist im Kleinhirn gespeichert, das Großhirn weiß aber davon nichts.

Sie können Lernen aktiv gestalten.

Das gilt sowohl für den lehrenden als auch für den Lernenden. Anbei ein paar Hinweise zur Gestaltung des Reitunterrichtes:

Nachfragen

Durch Nachfragen können Sie die Erklärungen in Richtung ihrer bevorzugten Art lenken. “Verstehe ich Sie richtig, dass ich die Zügel so halten muss, als hätte ich zwei Vögel in den Händen, die ich einerseits nicht zerdrücken darf, auf der anderen Seite dürfen meine Hände auch nicht so offen sein, dass sie nicht weg fliegen können?” (-> bildhaftes Denken). “Ich würde in dem Fall bei einer Skala von 1 - 5 die Zügel in der Stärke 3 annehmen” (-> strukturiertes Denken)

Richtig und nicht falsch.

Reden Sie nur über das was richtig ist. Über Fehler wird nicht gesprochen. Sie laufen sonst nur Gefahr, dass Ihr Gehirn den falschen Sachverhalt abspeichert.

Stellen Sie sich vor, was Sie tun sollen.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf dem Pferd und machen jetzt das, was Ihnen gesagt wurde. Dann haben Sie die Übung schon einmal gemacht. Ihre Hirnzellen haben den Lernvorgang bereits einmal abgespeichert und sind auf die Ausführung mit Pferd besser vorbereitet. 

Wer, wie, was, warum?

Stellen Sie W-Fragen. Die kann man nicht mit “Ja” oder “Nein” beantworten. Damit gewinnen Sie Zeit, die Ihr Großhirn braucht um das Erklärte abzuspeichern.
Lernen aktiv gestalten
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